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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Informationsdesigner

Facility Management: Wegeleitsystem » Aufgabenprofile » Informationsdesigner

Funktion und organisatorische Einordnung

Der Informationsdesigner entwickelt verständliche Informationen für die Orientierung in Gebäuden und auf betrieblichen Standorten. Für ein Wegeleitsystem verbindet er räumliche Struktur, Nutzerbedürfnisse und eine klare Darstellung zu einem konsistenten Entwurf. Das Profil beschreibt diese fachliche Spezialisierung und grenzt sie von allgemeiner Markenkommunikation und grafischer Werbung ab. Er arbeitet auf Grundlage eines bestätigten Auftrags mit definierten Nutzergruppen, Zielen und räumlichem Umfang. Eine gute Orientierung beginnt bei nachvollziehbaren Zielbezeichnungen und einer geeigneten Informationsfolge. Schilder allein lösen keine widersprüchliche Raumordnung. Der Informationsdesigner macht solche Voraussetzungen sichtbar und stimmt sie mit dem Betreiber ab. Vorgeschriebene Sicherheitskennzeichnung und Fluchtwegplanung werden durch die dafür zuständigen Fachpersonen beurteilt und dürfen nicht ungeprüft dem gestalterischen Gesamteindruck untergeordnet werden.

Informationen ordnen und Wegeleitsysteme übersichtlich gestalten

Hauptaufgaben und Arbeitsergebnisse

Der Informationsdesigner untersucht typische Wege und Entscheidungssituationen der Nutzer. Er erfasst Eingänge, Ziele, Übergänge, Sichtbeziehungen und vorhandene Benennungen. Dabei werden auch Menschen berücksichtigt, die den Standort erstmals besuchen oder besondere Anforderungen an Wahrnehmung und Bewegung haben. Er entwickelt eine verständliche Hierarchie aus Zielnamen, Richtungshinweisen und Bestätigungspunkten. Schrift, Symbole, Kontraste und Platzierung werden auf Lesbarkeit und tatsächliche Nutzung abgestimmt. Entwürfe werden in geeigneten Situationen mit Nutzern überprüft, bevor die gesamte Anlage umgesetzt wird. Rückmeldungen fließen in die weitere Gestaltung ein. Für Herstellung und Montage erstellt er eindeutige Vorgaben und kontrolliert Muster sowie ausgeführte Elemente im vereinbarten Umfang. Er dokumentiert die Gestaltungsregeln so, dass spätere Änderungen konsistent umgesetzt werden können. Neue Ziele müssen sich in das System einordnen lassen, ohne dessen Logik zu beschädigen.

Hauptaufgabe

Konkrete Ausführung

Erwartetes Arbeitsergebnis

Nutzung untersuchen

Typische Wege, Nutzergruppen und Orientierungshürden aufnehmen.

Eine nachvollziehbare Gestaltungsgrundlage.

Ziele ordnen

Benennungen und räumliche Hierarchie mit dem Betreiber abstimmen.

Ein konsistentes Zielverzeichnis.

Information strukturieren

Hinweise an den tatsächlichen Entscheidungspunkten planen.

Eine verständliche Informationsfolge.

Elemente gestalten

Schrift, Symbole, Kontrast und Platzierung auf Lesbarkeit ausrichten.

Ein zusammenhängender Gestaltungsentwurf.

Entwürfe überprüfen

Relevante Wege mit Nutzern und Fachstellen erproben.

Begründete Verbesserungen vor der Umsetzung.

Produktion vorbereiten

Inhalte, Ausführung und Montageorte eindeutig festlegen.

Freigabefähige Herstellungsunterlagen.

Umsetzung kontrollieren

Muster und montierte Elemente mit den Vorgaben abgleichen.

Eine konsistente Ausführung.

Pflege ermöglichen

Gestaltungsregeln und Änderungszuständigkeiten dokumentieren.

Ein dauerhaft aktualisierbares Wegeleitsystem.

Verantwortung und Befugnisse

Der Informationsdesigner verantwortet die fachliche Qualität seiner Gestaltung innerhalb des Auftrags. Er entscheidet nicht eigenständig über baurechtliche Fluchtwege, Zugangsbefugnisse oder verbindliche Sicherheitszeichen. Anforderungen an barrierefreie Nutzung müssen mit den zuständigen Fachstellen und den tatsächlichen Nutzerbedürfnissen abgestimmt werden. Eine einzelne hohe Kontrastwirkung belegt noch keine umfassende Barrierefreiheit. Auch Sichtweite, Beleuchtung, Sprache und Platzierung beeinflussen das Ergebnis. Gestaltungsänderungen an geregelten Zeichen werden nicht ohne fachliche Prüfung vorgenommen. Vor Produktionsfreigabe müssen Zielbezeichnungen, Ortsbezüge und Richtungen bestätigt sein. Ungeklärte Inhalte werden nicht durch plausibel wirkende Vermutungen ersetzt. Der Designer hält fest, welche Elemente geprüft wurden und wo eine weitere Fachfreigabe erforderlich ist. Veränderungen während Montage oder Bau werden nachvollziehbar in die Ausführungsunterlagen übernommen.

Zusammenarbeit, Vertretung und besondere Anlässe

Die Zusammenarbeit umfasst Gebäudebetrieb, Nutzervertretungen, Empfang, Architektur, Kommunikation, Sicherheitsverantwortliche und Hersteller. Fachpersonen für barrierefreie Gestaltung werden entsprechend dem Auftrag beteiligt. Die Vertretung erhält die gültigen Gestaltungsregeln, freigegebenen Inhalte und offenen Abstimmungen. Besondere Anlässe sind Neubauten, Standortzusammenlegungen, geänderte Zugänge und umfangreiche Umbenennungen. Bei temporären Sperrungen muss eine Übergangsbeschilderung zur dauerhaften Orientierung passen und nach Ende der Maßnahme wieder entfernt werden. Der Informationsdesigner prüft mit dem Betrieb, ob wiederkehrende Nachfragen auf konkrete Schwächen des Systems hinweisen. Empfangsmitarbeiter und Nutzer liefern hierzu praktische Beobachtungen. Änderungen werden koordiniert, damit unterschiedliche Bereiche nicht jeweils eigene Bezeichnungen und Pfeillogiken einführen. Nach der Umsetzung bleibt die Pflege der Inhalte einer benannten Stelle zugeordnet.

Qualifikation und Leistungsnachweise

Geeignet sind im Informationsdesign qualifizierte Gestalter mit Erfahrung in räumlicher Orientierung und nutzerbezogener Überprüfung. Erforderlich sind verständliche Informationsstruktur, typografisches Können und die Fähigkeit, technische sowie betriebliche Anforderungen einzubeziehen. Spezialwissen zur Sicherheitskennzeichnung und zu einzelnen Aspekten der Barrierefreiheit wird bei Bedarf ergänzt. Leistungsnachweise sind eindeutige Zielsysteme, überprüfte Entwürfe und konsistent umgesetzte Orientierungselemente. Die Anzahl montierter Schilder ist kein Maß für gute Orientierung. Entscheidend ist, ob Nutzer relevante Ziele finden und an Entscheidungspunkten die benötigte Information erhalten. Gute Gestaltung senkt vermeidbare Rückfragen und unterstützt einen selbstständigen Weg durch den Standort. Sie lässt sich geordnet aktualisieren und bleibt auch dann verständlich, wenn sich Nutzungen, Zugänge oder einzelne Zielorte im Laufe des Betriebs ändern.