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Nummern- und Codierungssystem

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Nummern- und Codierungssystem zur eindeutigen Orientierung im Wegeleitsystem

Nummerierungs- und Codierungssystem im Wegeleitsystem: Strukturierte Vergabe von Gebäude-, Trakt-, Ebenen- und Raumnummern

Ein standardisiertes Nummern- und Codierungssystem ist im Facility Management die Grundlage, um Flächen, Orte und bauliche Einheiten innerhalb eines Portfolios eindeutig zu identifizieren und über ihren Lebenszyklus hinweg konsistent zu referenzieren. Ein zentrales Ziel ist dabei die sichere Schnittstelle zwischen realer Gebäudestruktur und digitalen Informationssystemen (z. B. CAFM, BIM, ERP), damit operative Prozesse wie Wartung, Störungsbearbeitung, Prüfmanagement, Flächenbewirtschaftung und Notfallorganisation mit verlässlichen Stammdaten arbeiten können. Gerade in interdisziplinären Umfeldern (Nutzer, Behörden, Rettungskräfte, Planer und Dienstleister) ist eine eindeutige Benennung essenziell, weil schon kleine Unklarheiten in Bezeichnungen zu Fehlkommunikation, falschen Einsatzorten oder fehlerhaften Auswertungen führen können. Die Praxis in CAFM-Richtlinien betont entsprechend, dass Strukturgrößen wie Gebäude, Geschoss oder Raum so definiert und bezeichnet sein müssen, dass darüber „keine Zweifel“ bestehen, da darauf Bewirtschaftungsprozesse aufbauen.

Nummerierungs- und Codierungssystem im Wegeleitsystem

Das Nummern- und Codierungssystem dient folgenden Zwecken:

  • Eindeutige Identifikation aller baulichen Einheiten

  • Unterstützung der technischen und infrastrukturellen Bewirtschaftung

  • Integration in CAFM-, BIM- und ERP-Systeme

  • Sicherstellung einheitlicher Beschilderung

  • Grundlage für Wartung, Prüfmanagement, Flächenmanagement und Notfallorganisation

Diese Zielsetzung folgt dem Grundprinzip, dass Identifikatoren für Planungs-, Instandhaltungs- und Managementzwecke durchgängig nutzbar sein und als stabile Referenz in computergestützten Systemen funktionieren müssen.

Geltungsbereich- Das System gilt für:

  • Einzelgebäude und Gebäudekomplexe

  • Campus-Strukturen

  • Industrie- und Verwaltungsstandorte

  • Bestands- und Neubauten

  • Miet- und Eigennutzungsobjekte

Für die Anwendbarkeit in sehr unterschiedlichen Portfolios ist entscheidend, dass die Codierung hierarchisch, erweiterbar und systemneutral (nicht an ein einzelnes Tool gebunden) ausgelegt ist.

Das Codierungssystem folgt einer hierarchischen Struktur:

Hierarchieebene

Beschreibung

Beispiel

1. Standort

Geografische Zuordnung

ST01

2. Gebäude

Einzelbaukörper

G02

3. Trakt / Bauteil

Gebäudeteil

T03

4. Ebene

Geschoss

E01

5. Raum

Nutzungseinheit

R015

Gesamtcodierung (Beispiel)

Die Logik dieser Struktur entspricht dem in Normen verankerten Grundgedanken, Gebäude und Gebäudeteile (inkl. Räume/Flächen) so zu bezeichnen, dass ein „Designation Code“ systematisch aufgebaut ist und sich für die digitale Verarbeitung eignet.

Empfohlene technische Mindestanforderung (für Systemintegration)

Die Codierung sollte als ein einzelnes, maschinenlesbares Schlüsselfeld abbildbar sein (z. B. als „Location Code“), gleichzeitig jedoch segmentierbar bleiben (Standort/Gebäude/… als separate Felder), um Auswertungen, Filter, Berechtigungen und Workflows zu unterstützen. Die Notwendigkeit einheitlicher Geschossbezeichnungen zur Bildung geschossbezogener Auswertungen ist in CAFM-Praxen explizit beschrieben.

Grundregeln

  • Jede Codierung ist eindeutig.

  • Keine Mehrfachvergabe von Nummern.

  • Numerische Struktur bevorzugt (bessere Systemintegration).

  • Erweiterbarkeit muss gewährleistet sein.

  • System darf sich bei Umbauten nicht grundlegend ändern.

Als Leitplanke dient dabei das Prinzip, Identifikatoren in konsequenter Reihenfolge zu vergeben und sie über den Lebenszyklus nicht zu revidieren, damit auch historische Zustände, Rückbauten und Umbauten revisionssicher nachvollziehbar bleiben.

Vergaberegeln

Kriterium

Festlegung

Codierungstyp

Alphanumerisch

Anzahl Stellen

2–4 Stellen

Reihenfolge

Fortlaufend je Standort

Neubauten

Nächste freie Nummer

Rückbau

Nummer bleibt archiviert

Umsetzungslogik (FM-Perspektive)

Eine Gebäudenummer wird als stabiler Primärschlüssel verstanden. Sie wird nicht an Nutzungen („Verwaltung“, „Produktion“) gebunden, da Nutzungen sich ändern können, der bauliche Körper jedoch als verwaltete Einheit erhalten bleibt. Die Lebenszyklusorientierung von Identifikatoren (inkl. Planung, Betrieb, Umbau, Rückbau) ist als Grundidee einschlägiger Bezeichnungssysteme fest verankert.

Beispiel:

Gebäudename

Gebäudecode

Verwaltung

G01

Produktion

G02

Lagerhalle

G03

Praxisregel für Portfolios

Je Standort wird eine Zahlen-/Code-Reihe geführt (z. B. G01…G99). Bei komplexen Campus-Strukturen empfiehlt sich zusätzlich eine standortbezogene Kennung (z. B. ST01), um Dubletten standortübergreifend ausgeschlossen zu halten.

Besonderheiten

  • Denkmalgeschützte Gebäude behalten historische Bezeichnungen als Zusatz.

  • Temporäre Bauten erhalten separate Codierungsreihe (z. B. TG01).

Hinweis zur Governance

„Archiviert“ bedeutet: Die Nummer bleibt im System reserviert, wird nicht wiederverwendet, und der Status wechselt (z. B. aktiv → außer Betrieb → rückgebaut). So bleiben alte Arbeitsaufträge, Prüfprotokolle und Planstände weiterhin eindeutig zuordenbar. Dies entspricht dem revisionssicheren Umgang mit Identifikatoren als langfristiger Referenz.

Definition

Ein Trakt ist eine funktional oder baulich abgegrenzte Einheit innerhalb eines Gebäudes.

Abgrenzung in der Praxis

Ein Trakt ist dann sinnvoll, wenn er als eigene Teilstruktur in Betrieb/Service steuerungsrelevant ist (z. B. separater Zugang, eigene Nutzungseinheit, eigener Brandabschnitt, eigener Technikschwerpunkt oder klare bauphysische Trennung).

Vergaberegeln

Kriterium

Festlegung

Codierung

T01, T02, T03

Struktur

Von Hauptzugang aus im Uhrzeigersinn

Anbauten

Neue fortlaufende Nummer

Untergliederung

Möglich bei komplexen Baukörpern

FM-Begründung

Trakte sind ein statisches Ordnungsmerkmal für Wegeführung, Flächenbewirtschaftung, Zutrittskonzepte und Servicestrukturen. Eine Nutzungsänderung (z. B. Labor → Büro) wird daher als Attributänderung behandelt, nicht als Änderung der Trakt-Identität.

Systematik

Geschossart

Codierung

Untergeschoss

U01, U02

Erdgeschoss

E00

Obergeschoss

E01, E02

Technikgeschoss

E99 (optional Sonderregel)

Vergaberegeln

  • Erdgeschoss = E00 (international kompatibel)

  • Untergeschosse werden negativ vermieden (keine „-1“)

  • Technik- oder Dachgeschosse werden logisch einsortiert

Die Notwendigkeit eindeutiger, einheitlicher Geschossbezeichnungen wird insbesondere für geschossbezogene Auswertungen und die konsistente Navigation in CAFM-Strukturen hervorgehoben. In der Praxis werden dabei häufig Codes wie „EG00“ (Erdgeschoss) sowie „UG01/UG02“ verwendet.

Sonderfälle

  • Split-Level → zusätzliche Zwischenebene (z. B. E01A)

  • Parkdecks → gesonderte Kennzeichnung möglich

Empfohlene Umsetzung für Zwischenebenen

Zwischenebenen sollten als systematisch ableitbarer Zusatz geführt werden (z. B. E01A/E01B oder – wenn im Portfolio etabliert – „EZ00“, „OZ01“ usw.). In CAFM-Praxisbeispielen werden solche Zwischengeschosse explizit als Sonderfälle geführt, um Sortierung und Logik zu erhalten.

Grundstruktur

Die Raumnummer setzt sich aus Ebenencode + laufender Nummer zusammen.

Vergaberegeln

Kriterium

Festlegung

Reihenfolge

Von Hauptzugang beginnend

Laufrichtung

Im Uhrzeigersinn

Nummernreserve

Blöcke freihalten (z. B. 010–019 Technik)

Großräume

Eine Nummer

Teilflächen

Suffix (z. B. R015A)

Revisionssicherheit (Praxisanforderung)

Raumnummern sollten grundsätzlich stabil sein. Änderungen sind nur kontrolliert und idealerweise gebäudeweit (im Rahmen einer definierten Revision) vorzunehmen, damit historische Daten und Wartungs-/Nutzungsbezüge nicht fragmentieren. Entsprechende CAFM-Richtlinien betonen, dass eine Änderung der Raum-Nr. möglichst selten auftreten soll.

Abgrenzung „Raumnummer“ vs. „Raum-Identifier

Normative Konzepte unterscheiden zwischen einem menschenlesbaren Nummernsystem und einem dauerhaften Identifier (z. B. für digitale Systeme). Dabei gilt u. a.: Jede Raumnummer muss einem Identifier zuordenbar sein; Identifier können jedoch auch ohne Namen/Nummer existieren (z. B. für Hohlräume/Voids).

Spezifische Raumtypen

Raumart

Kennzeichnung

Technikräume

TR

Sanitärräume

SR

Flure

FL

Lager

LG

Optional kann die Nutzung als Zusatz hinterlegt werden, jedoch nicht Bestandteil der Primärnummer sein.

Empfohlene Datenmodell-Umsetzung

Die „Kennzeichnung“ (TR/SR/…) wird als Raumkategorie/Typ in einem Attribut geführt (z. B. „RoomType“), während die Primärnummer (E01-015 bzw. R015) unverändert bleibt. Das reduziert Umcodierungsbedarf bei Nutzungsänderungen und entspricht der Trennung zwischen Identifikation und beschreibenden Metadaten.

CAFM-Systeme- Das Nummern- und Codierungssystem muss:

  • Datenbankkompatibel sein

  • Keine Sonderzeichen enthalten

  • Versionierbar sein

  • Mit Wartungs- und Prüfobjekten verknüpfbar sein

Praxispräzisierung „keine Sonderzeichen

Für robuste Integrationen (DB, Schnittstellen, Export/Import) sollte ein definierter Zeichensatz verwendet werden, z. B. A–Z, 0–9 und ein einheitliches Trennzeichen (typisch „-”). Vermeiden Sie insbesondere Leerzeichen, Umlaute in Schlüsselfeldern, sowie Zeichen, die in Dateinamen, URLs oder Datenbankfiltern Konflikte erzeugen können.

Versionierung und Änderbarkeit

Digitale Informationsstandards verlangen, dass Regeln für eindeutige IDs, Status, Revisionen und Nummerierung in einem „Information Standard“ festgelegt werden. Dies stärkt Nachvollziehbarkeit, Auditierbarkeit und kontrollierte Änderungen.

BIM-Integration

  • Identische Struktur in BIM-Modellen

  • IFC-kompatible Codierung

  • Verknüpfung mit technischen Anlagen

Für den BIM-Austausch ist entscheidend, dass die Codierung in offenen Standards abbildbar ist. Industry Foundation Classes (IFC) sind als offener, internationaler Standard für BIM-Daten beschrieben, die zwischen Softwareanwendungen ausgetauscht werden und Informationen für Bauwerke über den Lebenszyklus abdecken – ausdrücklich auch im Facility-Management-Kontext.

Eindeutige Objekt-IDs in IFC

IFC-Objekte tragen typischerweise globale Identifikatoren; die IFC-Dokumentation beschreibt „IfcGloballyUniqueId“ als Identifier, der softwareweltweit eindeutig ist (GUID/UUID-Konzept). Das ist komplementär zur FM-Codierung: Der GUID identifiziert die Instanz technisch eindeutig, während der FM-Code die betriebliche Lokalisierung/Zuordnung strukturiert.

Empfehlung zur Verknüpfung (FM-BIM-Bridge):

  • FM-Code als Property/Parameter auf IfcBuilding / IfcBuildingStorey / IfcSpace ablegen (z. B. „FM_LocationCode“).

  • Wartungs- und Prüfobjekte (Assets) referenzieren den Raum-/Ebenencode als „Installation Location“.

  • Mapping-Tabelle zwischen CAFM-Objektbaum und BIM-Objekthierarchie (inkl. GUIDs) revisionssicher dokumentieren.

Folgende Dokumente sind vorzuhalten:

Dokument

Zweck

Codierungsrichtlinie

Regelwerk

Änderungsprotokoll

Historiennachweis

Übersichtsplan

Visuelle Darstellung

Schnittstellenbeschreibung

IT-Systemintegration

Erweiterte Mindestinhalte (revisionssicher):

  • Vollständige Code-Liste (Stammdatenexport) inkl. Status (aktiv/inaktiv/archiviert) und Datum der Vergabe.

  • Zuordnungstabellen (z. B. Gebäudecode ↔ offizielle Adresse ↔ interne Standortlogik).

  • Regeln für Dublettenprüfung und Reserven.

  • Verantwortlichkeiten (Owner/Steward) je Datenobjektklasse.

Die Forderung, eine vollständige Liste von Identifikatoren samt Querbezügen (z. B. Geometrie, Zeitbezug, Name/Nummer) zu pflegen, wird auch in Identifikationskonzepten für Räume ausdrücklich benannt.

Änderungsmanagement

  • Änderungen nur durch FM-Leitung

  • Dokumentierte Freigabe

  • Aktualisierung aller Systeme (CAFM, Beschilderung, Brandschutzpläne)

Change-Control-Kernprinzip

Eine Änderung ist erst „abgeschlossen“, wenn (1) Stammdaten, (2) Beschilderung, (3) Planwerk, (4) digitale Systeme und (5) Serviceprozesse konsistent aktualisiert sind. Für Flucht-/Rettungspläne ist die Aktualität und eine nachvollziehbare Revisionsangabe besonders relevant; entsprechende Normen verlangen u. a. Angaben wie Geschossbezeichnung sowie Revisions-/Plannummer.

Physische Kennzeichnung

  • Türbeschriftung

  • Flucht- und Rettungspläne

  • Feuerwehrpläne

  • Wegweisungssysteme

Flucht- und Rettungspläne sind als „Escape Plans“ normativ als Aushang konzipiert und sollen definierte Inhalte zur Orientierung und Evakuierung enthalten; sie werden als Bestandteil der Sicherheitskennzeichnung verstanden.

Die Sicherheitswegführung (Safety Way Guidance System) wird in einschlägigen Normen als System visueller Komponenten beschrieben, das Gestaltung, Anwendung und Wartung umfasst.

Sicherheitszeichen (z. B. Rettungsweg, Brandschutz, Warnhinweise) werden in entsprechenden Standards als definierte Zeichen für Unfallverhütung, Brandschutz und Notfallevakuierung beschrieben.

Feuerwehrpläne (Deutschland) – Bezug zur Nummerierung

Richtlinien/ Merkblätter zu Feuerwehrplänen nach DIN-Vorgaben verlangen u. a. konsistente Beschriftungsregeln und sehen explizit die Kennzeichnung von Geschossen sowie die Bezeichnung von Räumen vor; für besondere Gefährdungen wird zudem die grafische Kennzeichnung (z. B. Warnschilder nach ISO 7010) adressiert.

Interne Kommunikation

  • Raumbezeichnung in Mietverträgen

  • Arbeitsaufträgen

  • Störmeldungen

  • Sicherheitsunterweisungen

Operative FM-Regel

In sämtlichen Prozessen wird der Primärcode als führende Referenz verwendet (z. B. „ST01-G02-T03-E01-R015“). Freitext („Konferenzraum groß“) ist zulässig, aber immer nur ergänzend.

Das Codierungssystem muss:

  • Konsistent

  • Skalierbar

  • Langfristig stabil

  • International verständlich

  • Revisionssicher dokumentiert sein.

Prüf- und Auditkriterien (empfohlen):

  • Eindeutigkeitstest: Keine Dubletten je Hierarchieebene und im Gesamtschlüssel.

  • Vollständigkeit: Alle bewirtschafteten Räume/Flächen (inkl. Verkehrs- und Funktionsflächen) sind codiert; dies entspricht auch CAFM-Definitionen, die Verkehrs- und Funktionsflächen als Räume betrachten.

  • Stabilität: Nummernänderungen nur über dokumentierte Revisionen; Änderungsquote überwachen.

  • Systemkompatibilität: Export-/Import-Tests (CSV/IFC/Schnittstellen), Feldlängen, Zeichensatz.

  • Notfalltauglichkeit: Abgleich Beschilderung ↔ Flucht-/Rettungspläne ↔ Feuerwehrpläne ↔ CAFM.

Schlussbetrachtung

Ein strukturiertes Nummern- und Codierungssystem ist ein zentrales Steuerungsinstrument im Facility Management. Es schafft die Grundlage für effiziente Bewirtschaftung, digitale Integration, revisionssichere Dokumentation und eindeutige Kommunikation.

Nur durch eine klar definierte, dokumentierte und dauerhaft angewandte Systematik können Gebäude, Trakte, Ebenen und Räume eindeutig identifiziert, verwaltet und nachhaltig betrieben werden – insbesondere, wenn Identifikatoren lebenszyklusfähig sein und als stabile Schnittstelle zu digitalen Informationssystemen dienen sollen.