Zum Inhalt springen
FM-Connect Chat

Hallo! Ich bin Ihr FM-Connect Chat-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?

FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Baustellen und Sperrungen leiten Personen sicher im Wegeleitsystem um

Temporäre Umleitungen an Baustellen und bei Sperrungen

Im Facility Management sind temporäre Umleitungen infolge von Bauarbeiten, Instandhaltungsmaßnahmen, abschnittsweisen Sanierungen, Notreparaturen oder betrieblichen Einschränkungen nicht als bloße Verkehrslenkung zu behandeln. Sie sind als gesteuerte Maßnahme zur Sicherung von Orientierung, Sicherheit und Betriebsfähigkeit zu planen und umzusetzen. Sobald reguläre Verkehrswege unterbrochen werden, müssen Beschäftigte, Besucher, Fremdfirmen und Servicepersonal das Gebäude oder Gelände weiterhin sicher, eindeutig und ohne unnötige Verzögerung nutzen können. Gleichzeitig dürfen Flucht- und Rettungswege, brandschutztechnische Anforderungen, Barrierefreiheit und betriebliche Abläufe in keiner Phase beeinträchtigt werden.

Ein fachgerecht geregeltes Umleitungskonzept muss daher sicherstellen, dass die temporäre Wegeführung leicht verständlich, praktisch begehbar, optisch konsistent und formal mit allen Sicherheits-, Brandschutz- und Betriebsanforderungen abgestimmt ist. Die nachfolgende Darstellung erläutert strukturiert, wie temporäre Umleitungen zu planen, freizugeben, umzusetzen, zu überwachen und wieder zurückzubauen sind, damit die Orientierung erhalten bleibt und die Sicherheit während Baustellen und Sperrungen nicht geschwächt wird.

Temporäre Umleitungen bei Baustellen klar geregelt

Zweck dieses Dokuments ist es festzulegen, wie temporäre Umleitungen so zu organisieren sind, dass:

  • Nutzer ihre Ziele weiterhin zuverlässig finden,

  • Flucht-, Rettungs- und Einsatzwege geschützt und funktionsfähig bleiben,

  • temporäre Beschilderungen und Absperrungen einheitlich, plausibel und verständlich sind,

  • gesetzliche, sicherheitstechnische und betriebliche Anforderungen auch während Arbeiten oder Sperrungen eingehalten werden.

Das Dokument dient damit als verbindliche Grundlage für die sichere Aufrechterhaltung der Wegeführung bei vorübergehenden Einschränkungen.

Geltungsbereich

Der Geltungsbereich umfasst alle Situationen, in denen die normale Verkehrsführung unterbrochen oder wesentlich verändert wird.

Situationstyp

Typische Beispiele

Bauarbeiten

Ausbau, Renovierung, Abbruch, Erweiterungsarbeiten

Instandhaltungsmaßnahmen

Anlagenaustausch, Deckenarbeiten, Bodenreparaturen

Temporäre Sperrungen

Korridorsperrung, Treppensperrung, Verlegung eines Eingangs

Betriebliche Einschränkungen

Veranstaltungsaufbau, Lieferbeschränkungen, Sicherheitsbereiche

Notfallbedingungen

Wasserschaden, Brandschaden, statische Sicherung, Kontaminationsereignisse

Der Umleitungsprozess gilt insbesondere für:

  • interne Flure und Verbindungsgänge,

  • Foyers und Eingangsbereiche,

  • Treppenräume und Aufzugsvorräume,

  • Außenwege für Fußgänger,

  • Zugangswege zu Parkflächen,

  • Service- und Lieferwege,

  • öffentlich zugängliche Bereiche,

  • interne Betriebs- und Nebenwege.

Temporäre Umleitungen müssen so umgesetzt werden, dass zwei Funktionen gleichzeitig erhalten bleiben:

  • Orientierung, also die klare Erkennbarkeit, wohin Nutzer gehen müssen,

  • Sicherheit, also die Vermeidung zusätzlicher Risiken und die Aufrechterhaltung bestehender Schutzsysteme.

Eine Umleitung ist nur dann akzeptabel, wenn sie:

  • eindeutig erkennbar ist,

  • physisch sicher benutzt werden kann,

  • mit Notfall- und Evakuierungsregelungen vereinbar ist,

  • für die betroffenen Nutzergruppen geeignet ist,

  • während der gesamten Dauer der Sperrung aktuell gehalten wird.

Kritische Bedeutung des Themas

Temporäre Wegänderungen sind besonders risikobehaftet, weil Nutzer sich im Alltag auf Gewohnheit verlassen. Wird ein gewohnter Weg gesperrt, entstehen ohne durchgängige Führung typischerweise Unsicherheit, Fehlentscheidungen, das Ignorieren von Beschilderung, das Betreten unzulässiger Bereiche oder die Bewegung in Richtung unsicherer Zonen. Deshalb darf eine Umleitung nicht isoliert als einzelnes Schild oder als spontane Absperrung betrachtet werden, sondern nur als vollständig gesteuertes Gesamtsystem.

Temporäre Umleitung

Eine temporäre Umleitung ist eine bewusst eingerichtete alternative Wegeführung, die genutzt wird, wenn ein regulärer Weg aufgrund von Arbeiten, Sperrung oder Zugangsbeschränkung vorübergehend nicht verfügbar ist.

Sperrung

Eine Sperrung ist jede zeitweilige oder teilweise Einschränkung eines Bereichs, Wegs, Raums oder Zugangspunkts, die die normale Nutzung oder Durchwegung verhindert.

Orientierung

Orientierung bezeichnet die Fähigkeit von Nutzern, ihren Standort, ihr Ziel und die richtige Wegrichtung schnell, sicher und ohne Fehlinterpretation zu erkennen.

Sicherheitsanforderungen umfassen alle einschlägigen Vorgaben in Bezug auf:

  • Flucht und Rettung,

  • Brandschutz,

  • Rutsch-, Stolper- und Sturzprävention,

  • Trennung von Gefahrbereichen,

  • Barrierefreiheit,

  • Beleuchtung,

  • Sichtbarkeit,

  • Personenströme,

  • Sicherheit und Zutrittskontrolle.

Das Umleitungskonzept muss so ausgelegt sein, dass es:

  • eine durchgängige und verständliche Wegeführung sicherstellt,

  • Nutzerverwirrung an allen Entscheidungspunkten vermeidet,

  • das Betreten gefährlicher oder gesperrter Baustellenbereiche verhindert,

  • gewährleistet, dass Flucht- und Rettungswege verfügbar und eindeutig erkennbar bleiben,

  • den erforderlichen Zugang für alle relevanten Nutzergruppen erhält.

Zusätzliche Ziele sind:

  • die Reduzierung von Verzögerungen und Stauungen,

  • die Minimierung von Beschwerden und Betriebsstörungen,

  • die Unterstützung der Steuerung von Fremdfirmen und Bauabläufen,

  • die schnelle Anpassbarkeit bei veränderten Baustellenbedingungen,

  • die Ermöglichung von Auditierung und Inspektion der temporären Maßnahmen.

Erwartete Leistungsfähigkeit

Ein temporärer Weg darf nicht nur formal vorhanden sein. Er muss unter realen Bedingungen nutzbar, lesbar und sicher sein, auch bei hoher Auslastung, eingeschränkter Sicht, Zeitdruck oder im Notfall.

Auslösende Ereignisse

Ein Umleitungsplan ist immer dann erforderlich, wenn eine Sperrung die normale Wegelogik der Einrichtung beeinflusst.

Auslösendes Ereignis

Warum ein Umleitungsplan erforderlich ist

Korridorsperrung

Nutzer verlieren den direkten Weg und benötigen eine alternative Führung

Schließung eines Eingangs

Der Hauptzugang ändert sich

Sperrung einer Treppe

Vertikale Erschließung und Evakuierung können betroffen sein

Behinderung eines Aufzugsvorraums

Routenwahl und barrierefreie Wege ändern sich

Veranstaltungsaufbau

Temporäre Einbauten blockieren Standardwege

Einrichtung einer Baustellenzone

Fußgängerverkehr muss von Bauaktivitäten getrennt werden

Notreparaturen

Der normale Weg kann unsicher oder nicht nutzbar sein

Grad der Formalisierung

Die Komplexität des Umleitungsplans muss dem Ausmaß der Beeinträchtigung entsprechen. Eine einfache lokale Umgehung kann eine kurze freigegebene Anweisung erfordern.

Größere Änderungen der Wegeführung verlangen in der Regel:

  • markierte Pläne,

  • ein Konzept für temporäre Beschilderung,

  • Kommunikationsmaßnahmen für Nutzer,

  • brandschutztechnische Freigaben,

  • eine Prüfung der Barrierefreiheit,

  • tägliche Kontrollen.

Erfordernis einer risikobasierten Planung

Temporäre Umleitungen dürfen nicht informell eingerichtet werden. Vor der Umsetzung ist eine Risikobeurteilung durchzuführen, um die Auswirkungen der Sperrung auf Bewegung, Sicherheit und Notfallregelungen zu bewerten.

Zu bewertende Risikofaktoren

Risikobereich

Zu klärende Fragen

Kontinuität der Wegeführung

Bietet die Umleitung einen vollständigen und logischen Weg?

Nutzerverständnis

Verstehen Nutzer die temporäre Route ohne Zögern?

Flucht und Rettung

Entsteht ein Konflikt mit Fluchtwegen oder Notausgängen?

Brandschutz

Sind Brandabschnitte, Türen oder Zugänge betroffen?

Barrierefreiheit

Können Personen mit eingeschränkter Mobilität den Weg weiterhin sicher nutzen?

Baustellengefahren

Ist die Umleitungsroute von Maschinen, Staub, Lärm und herabfallenden Gegenständen getrennt?

Kapazität

Kann der temporäre Weg das erwartete Personenaufkommen aufnehmen?

Beleuchtung und Sichtbarkeit

Ist der Weg bei Tag und Nacht ausreichend erkennbar?

Die Risikobeurteilung muss festlegen:

  • die freigegebene Alternativroute,

  • erforderliche Schilder und Absperrungen,

  • zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen,

  • Kommunikationsbedarfe,

  • die Häufigkeit der Überwachung,

  • Auslöser für eine erneute Bewertung.

Durchgängigkeit der Route

Die ausgewählte temporäre Umleitung muss einen lückenlosen Weg vom Ausgangspunkt bis zum Ziel bieten. Sackgassen, unklare Übergänge oder Wegabbrüche sind unzulässig.

Einfachheit der Route

Die Route muss so direkt und einfach wie möglich sein. Unnötige Abzweigungen, wiederholte Richtungswechsel oder komplizierte Wegefolgen verringern das Vertrauen der Nutzer und erhöhen Fehlwege.

Die Alternativroute ist zu prüfen auf:

  • ausreichende Breite,

  • trittsicheren Gehbelag,

  • fehlende Stolperstellen,

  • Witterungsschutz, soweit relevant,

  • ausreichende lichte Höhe,

  • sichere Trennung von Arbeitsbereichen,

  • vorhandene Handläufe, wo erforderlich.

Klarheit an Entscheidungspunkten

Besondere Aufmerksamkeit ist allen Punkten zu widmen, an denen Nutzer eine Richtungsentscheidung treffen müssen. Dort muss die Umleitung eindeutig, ohne Interpretationsspielraum und mit klarer visueller Führung erkennbar sein.

Grundsatz der Orientierung

Temporäre Umleitungen müssen die innere Logik der Wegeführung erhalten. Beschilderung darf nicht nur auf eine Sperrung hinweisen, sondern muss die Nutzer aktiv über die vollständige Alternativroute führen.

Mindestens folgende Informationen müssen durch die temporäre Orientierung vermittelt werden:

  • wo der reguläre Weg gesperrt ist,

  • welche Alternativroute zu benutzen ist,

  • wo diese Alternative beginnt,

  • wie an jeder Verzweigung weiterzugehen ist,

  • wann die normale Route wieder erreicht oder das Zielgebiet erreicht ist.

Eine wirksame temporäre Wegweisung sollte sequenziell aufgebaut sein:

  • Vorankündigung vor dem Sperrpunkt,

  • Sperrhinweis direkt am blockierten Zugang,

  • Richtungsbeschilderung entlang der Alternativroute,

  • Bestätigungsschilder nach wesentlichen Richtungswechseln,

  • Hinweis auf Rückkehr zur regulären Wegeführung oder auf Zielerreichung.

Temporäre Umleitungsschilder müssen:

  • in Format und Gestaltung konsistent sein,

  • aus der jeweiligen Betrachtungsdistanz gut lesbar sein,

  • an natürlichen Entscheidungspunkten positioniert werden,

  • oberhalb oder seitlich von Absperrungen sichtbar bleiben,

  • von Sicherheitszeichen und permanenter Gebäudebeschilderung unterscheidbar sein,

  • während der gesamten Einsatzdauer in gut lesbarem Zustand gehalten werden.

Schildtyp

Zweck

Typischer Standort

Vorankündigungsschild

Hinweis, dass der normale Weg weiter vorn gesperrt ist

Vor Erreichen der Sperrung

Sperrschild

Kennzeichnet die Schließung und verhindert falsches Weitergehen

Direkt am gesperrten Zugang

Umleitungsrichtungszeichen

Weist die Richtung der Alternativroute aus

Am Beginn und an jeder Abbiegung

Bestätigungsschild

Bestätigt, dass man sich weiterhin auf dem richtigen Weg befindet

Unterwegs und nach Richtungswechseln

Wiedereinstiegs- oder Zielhinweis

Bestätigt Rückkehr in die normale Wegeführung oder Ankunft

Am Ende der Umleitung

Trennung von Bauaktivitäten

Der umgeleitete Weg ist durch geeignete physische und visuelle Trennung vor Baustellengefahren zu schützen. Nutzer dürfen einen aktiven Arbeitsbereich nur dann durchqueren, wenn dies ausdrücklich geplant, abgesichert und für die gemeinsame Nutzung freigegeben wurde.

Absperrungen müssen das unbeabsichtigte Betreten gesperrter oder gefährlicher Bereiche verhindern und sollen:

  • robust,

  • standsicher,

  • gut sichtbar,

  • dem Risiko angemessen,

  • so angeordnet sein, dass die freigegebene Umleitung eindeutig erkennbar bleibt.

Der Weg ist auf folgende Punkte zu prüfen:

  • lose Materialien,

  • Kabel oder Schläuche,

  • unebene Bodenflächen,

  • Staubbelastung,

  • mangelhafte Entwässerung,

  • unzureichende Ordnung und Sauberkeit,

  • verminderte Beleuchtung.

Eine temporäre Umleitung darf niemals folgende Punkte beeinträchtigen:

  • Verfügbarkeit von Fluchtwegen,

  • Erkennbarkeit von Notausgängen,

  • Zugang zu Feuerlöscheinrichtungen,

  • Zugänglichkeit für Feuerwehr und Einsatzkräfte,

  • Alarmierungseinrichtungen,

  • Abdeckung durch Sicherheitsbeleuchtung.

Anforderung der gleichwertigen Nutzbarkeit

Das Umleitungskonzept muss alle relevanten Nutzergruppen berücksichtigen und darf sich nicht nur an uneingeschränkt mobile Regelanwender richten. Wenn die ursprüngliche Route barrierefrei nutzbar war, ist die temporäre Route ebenfalls auf inklusive Nutzbarkeit zu prüfen.

Zu berücksichtigen sind insbesondere:

  • stufenlose Wegkontinuität,

  • ausreichende Tür- und Flurbreiten,

  • notwendige Bewegungs- und Wendeflächen,

  • Qualität des Bodenbelags,

  • Rampenneigungen,

  • taktile oder visuelle Eindeutigkeit, soweit erforderlich,

  • Vermeidung unverhältnismäßig langer Wege.

Alternative Regelungen

Kann eine gleichwertige barrierefreie Route nicht aufrechterhalten werden, ist eine gesteuerte Alternative festzulegen und klar zu kommunizieren. Dies darf nicht informell und ungeplant allein auf spontane Unterstützung durch Mitarbeitende verlagert werden.

Nutzergruppe

Erforderliche Planungsanforderung

Ortsunkundige Besucher

Klare, einfache und fortlaufende Wegführung

Personen mit eingeschränkter Mobilität

Barrierefreie Kontinuität oder definierte betreute Alternative

Fremdfirmen und Lieferpersonal

Klare Trennung von Arbeitszonen und eindeutige Routen

Nutzergruppen mit hohem Aufkommen

Kapazitäts- und Stauungssteuerung

Personen ohne vertiefte Sprachkenntnisse

Einfache Symbole und allgemein verständliche Richtungsangaben

Governance-Struktur

Es ist eindeutig festzulegen, wer für Planung, Freigabe, Umsetzung und Überwachung temporärer Umleitungen verantwortlich ist.

Rolle

Hauptverantwortung

Facility Manager

Gesamtkoordination der Umleitungsregelung

Projekt- oder Bauleitung

Ermittlung der Auswirkungen der Sperrung und Vorschlag der Routenänderung

Brandschutzfunktion / Brandschutzbeauftragte

Prüfung der Auswirkungen auf Flucht- und Brandschutzregelungen

Instandhaltung / Betriebsteam

Installation von Schildern, Absperrungen und unterstützenden Maßnahmen

EHS / Arbeitssicherheit

Prüfung der Baustellenrisiken und Nutzersicherheit

Sicherheit / Empfang

Unterstützung bei Nutzerinformation und örtlicher Steuerung

Auftragnehmer / Fremdfirma

Aufrechterhaltung der Baustellengrenzen und Meldung von Änderungen

Freigaberegeln

Keine sicherheitsrelevante Umleitung darf ohne formale Prüfung durch die zuständigen internen Funktionen umgesetzt werden. Informelle Änderungen vor Ort führen häufig zu widersprüchlicher Beschilderung, veralteten Informationen und erhöhtem Risiko.

Verantwortung für tägliche Kontrollen

Bei längeren Sperrungen ist eine namentlich benannte verantwortliche Person festzulegen, die regelmäßig prüft, ob die Umleitung intakt, sichtbar und sicher bleibt.

Vor Beginn der Sperrung sind mindestens folgende Schritte abzuschließen:

  • Ortsbegehung,

  • Risikobeurteilung,

  • Auswahl der Route,

  • Planung von Beschilderung und Absperrungen,

  • Abstimmung mit dem Brandschutz,

  • Prüfung der Barrierefreiheit,

  • Vorbereitung der Kommunikation.

Die temporäre Route ist anschließend einzurichten durch:

  • Sperrung des ursprünglichen Wegs,

  • Aufbau physischer Absperrungen,

  • Anbringen von Richtungsschildern,

  • Prüfung von Sichtbarkeit und Durchgängigkeit,

  • Kontrolle von Ordnung, Sauberkeit und Beleuchtung,

  • Prüfung der Vereinbarkeit mit Notfallanforderungen.

Vor der Freigabe für Nutzer ist durch eine Begehung sicherzustellen, dass:

  • die Route ohne Mehrdeutigkeit verfolgt werden kann,

  • Sperrpunkte sicher geschlossen sind,

  • alle Schilder lesbar sind,

  • die Route unter realistischen Nutzungsbedingungen sicher ist,

  • keine Konflikte mit Notfall- und Sicherheitskennzeichnungen bestehen.

Betriebsphase

Während der aktiven Nutzungsdauer der Umleitung ist die Regelung regelmäßig zu kontrollieren und bei veränderten Baustellen- oder Betriebsbedingungen anzupassen.

Notwendigkeit der laufenden Überwachung

Temporäre Umleitungen sind besonders störanfällig, weil sich Baustellenbedingungen täglich ändern können. Schilder werden versetzt, Absperrungen verschoben und Wege durch Material oder Arbeitsfortschritt unbeabsichtigt beeinträchtigt.

Regelmäßige Kontrollen müssen prüfen:

  • die durchgängige Nutzbarkeit der temporären Route,

  • Zustand und Position der Schilder,

  • die Integrität der Absperrungen,

  • das Fehlen neuer Stolper- oder Anstoßgefahren,

  • Sauberkeit der Wege,

  • Sichtbarkeit bei geänderten Bedingungen,

  • Übereinstimmung mit dem aktuellen Baufortschritt.

Die Umleitungsregelung ist zu überarbeiten, wenn:

  • sich die Baustellenfläche verändert,

  • die temporäre Route teilweise blockiert wird,

  • neue Gefahren auftreten,

  • sich Belegungs- oder Nutzerströme ändern,

  • Flucht- und Rettungswege betroffen sind,

  • Nutzerverwirrung beobachtet wird,

  • sich die Dauer der Sperrung verlängert.

Prüfpunkt

Was bestätigt werden muss

Beschilderung

Weiterhin sichtbar, richtig ausgerichtet und vollständig

Absperrungen

Standsicher und wirksam gegen unzulässiges Betreten

Gehweg

Frei, sicher und nicht blockiert

Notfallverträglichkeit

Fluchtkennzeichnung und Feuerwehraufstell- bzw. Zugangsflächen unbeeinträchtigt

Barrierefreiheit

Temporäre Route weiterhin wie vorgesehen nutzbar

Informationsrichtigkeit

Hinweise entsprechen den tatsächlichen Bedingungen vor Ort

Ein gesteuerter Prozess für temporäre Umleitungen ist zu dokumentieren durch:

  • Wegeskizzen oder Pläne,

  • Aufzeichnungen der Risikobeurteilung,

  • Freigaben und Genehmigungen,

  • Inspektionsprotokolle,

  • Informations- und Kommunikationshinweise,

  • Fotos der umgesetzten Maßnahmen,

  • Änderungsnachweise.

Nutzen der Dokumentation

Die Dokumentation belegt, dass die Umleitung nicht improvisiert wurde, sondern geplant, geprüft, freigegeben und überwacht war. Sie schafft Nachvollziehbarkeit, erleichtert interne Kontrollen und unterstützt bei Audits, Vorfällen oder behördlichen Nachfragen.

Versionskontrolle

Wenn Sperrungen in mehreren Bauphasen verlaufen, ist jede Änderung der Umleitungsregelung datiert zu überarbeiten. Veraltete Weginformationen dürfen nicht parallel weiterverwendet werden.

In der Praxis treten häufig folgende Mängel auf:

  • es wird nur ein Schild „Weg gesperrt“ angebracht, ohne die Alternative zu zeigen,

  • Routen werden geändert, ohne die Beschilderung anzupassen,

  • Personen werden durch teilweise aktive Arbeitsbereiche geleitet,

  • temporäre und permanente Schilder widersprechen sich an Knotenpunkten,

  • die Alternativroute ist unzureichend beleuchtet,

  • eine barrierefreie Route wird durch eine nicht barrierefreie Umleitung ersetzt,

  • Absperrungen werden ohne erkennbare Orientierungslogik aufgestellt,

  • temporäre Schilder ähneln Sicherheitszeichen oder verdecken diese.

Solche Schwächen können führen zu:

  • Verwirrung und Frustration bei Nutzern,

  • unsicheren Abkürzungen,

  • Stauungen und Verdichtungen,

  • Beschwerden und Betriebsunterbrechungen,

  • negativen Prüffeststellungen,

  • verzögerter Räumung im Notfall,

  • erhöhtem Unfall- und Vorfallrisiko.

Nach Wegfall der Sperrung ist die temporäre Regelung kontrolliert zurückzubauen, sodass:

  • nicht mehr gültige Schilder entfernt werden,

  • Absperrungen zurückgebaut werden,

  • die permanente Wegeführung wiederhergestellt wird,

  • betroffene Nutzer informiert werden,

  • temporäre Hinweise vollständig zurückgenommen werden.

Verifizierung des Normalzustands

Eine abschließende Prüfung muss bestätigen, dass der wiederhergestellte Weg offen, sicher und durch die permanente Beschilderung korrekt abgebildet ist.

Bei größeren Maßnahmen sollte ausgewertet werden:

  • ob die Nutzer die Umleitung verstanden haben,

  • ob Beschwerden oder Vorfälle aufgetreten sind,

  • ob die Positionierung der Schilder wirksam war,

  • welche zusätzlichen Maßnahmen künftige Sperrungen verbessern würden.

Temporäre Umleitungen an Baustellen und bei Sperrungen sind als strukturierter Prozess des Facility Managements und der Sicherheitssteuerung zu behandeln. Eine Umleitung ist nur dann wirksam, wenn sie einen durchgängigen und verständlichen Weg bereitstellt, Nutzer vor Baustellenrisiken schützt, Flucht- und Brandschutzanforderungen erhält und über die gesamte Änderungsdauer aktuell bleibt. Dies setzt eine abgestimmte Planung, sichtbare und konsistente Wegweisung, physische Schutzmaßnahmen, die Berücksichtigung der Barrierefreiheit, laufende Kontrollen und gesteuerte Kommunikation voraus. Nur wenn diese Elemente gemeinsam und systematisch gesteuert werden, kann die Orientierung aufrechterhalten werden, ohne Sicherheitsanforderungen zu beeinträchtigen.